Die Nutzung des Internets mit mobilen Endgeräten wie Smartphones nimmt stark zu und gehört bei einigen Usern bereits zum Alltag. Noch ist der Massenmarkt nicht erreicht, aber das ist nur eine Frage der Zeit, geht aus der VerbraucherAnalyse 2010 zweier großer Verlagsgruppen hervor.
Der Durchbruch für die mobile Internetnutzung kommt noch, lautet eine Schlussfolgerung aus der VerbraucherAnalyse 2010, eine von der Bauer Media Group und der Axel Springer AG durchgeführte Markt-Media-Studie. Die Nutzerzahl hat sich seit 2009 verdoppelt und die Nutzerbasis hat sich verbreitert. Die Marktforscher beobachten Parallelen zwischen der Nutzerentwicklung von stationärem und mobilem Internet. Über die „Innovationsphase“ sei man beim mobile Web inzwischen hinaus, die „Early Adopter“ sind bereits regelmäßig mobil online.
„Die nächste Phase der Entwicklung wird erreicht, wenn die technologischen Neuerungen und die geringeren Kosten den Zugang erleichtern. Dann wird das Mobile-Web den Massenmarkt erobern“, so Andrea Treffenstädt, Marktforscherin bei der Axel Springer AG. Erwartet wird der Durchbruch bereits für die nahe Zukunft. Die mobile Netznutzung ergänzt das tägliche Leben, wälzt es aber nicht völlig um, lautet eine Prognose, denn die etablierten Medienkanäle werden erweitert, indem sie mobil werden.
„Insgesamt 57,1 Prozent der Gesamtbevölkerung nutzen Internet und Handy gleichzeitig, hier liegt das Potenzial für die Entwicklung des Mobile-Web“, erläutert Andrea Treffenstädt. Im Rahmen der Analyse wurden in diesem Zusammenhang drei wichtige Typen von Usern ausgemacht: 8,7 Prozent der Gesamtbevölkerung werden zu den „Web-Bewohnern“ gerechnet, die nahezu alles über das Internet erledigen und seine Möglichkeiten intensiv nutzen.
Größer ist mit 13,6 Prozent die Gruppe der „Spielkinder“, denen Kommunikation und Unterhaltung besonders wichtig sind und über sämtliche Kanäle wie Web, Mobiltelefon und Soziale Netzwerke kommunizieren. 8,6 Prozent der Bevölkerung rechnen die Marktforscher zu den informations- und nutzenorientierten „Pragmatikern“, die das Internet im Alltag als Werkzeug betrachten. „Um das Potenzial für das Mobile-Web voll auszuschöpfen, müssen diese drei Zielgruppen aktiviert werden“, schlussfolgert Andrea Treffenstädt.
Weitere aktuelle Zahlen lieferte zu Wochenbeginn die YOC-Gruppe, ein internationaler Anbieter für Mobile Marketing, Mobile Advertising, Mobile Internet und Affiliate Marketing. Bei einer innerhalb des Vermarktungsnetzswerks durchgeführten Studie unter mobilen Internetnutzern gaben 88 Prozent an, täglich oder mehrmals täglich mit ihrem mobilen Endgerät online zu sein und schon eine App installiert zu haben. Drei von vier Befragten greifen mobil hauptsächlich mit ihrem privaten Handy auf auf das Netz zu und haben eine Datenflatrate gebucht. Von den Teilnehmern der Befragung besuchen 86 Prozent regelmäßig die Seiten von Suchdiensten, dahinter folgen News-Seiten (60 Prozent), Wissensportale (53 Prozent) und Social Media-Angebote (48 Prozent).
Allein schon mit Blick auf die Wichtigkeit des Internets für Jugendliche kann man davon ausgehen, dass alle diese Zahlen künftig steigen werden. Wie der BITKOM diese Woche schreibt, wird das Internet von 91 Prozent der 14- bis 19-Jährigen genutzt. Die restlichen Jugendlichen verfügen zu Hause zum Großteil nicht über einen Internetzugang; in den Haushalten mit Internetanschluss sind 99 Prozent der Jugendlichen online. In der Altersgruppe von sieben bis 10 Jahre nutzen in Internethaushalten bereits 70 Prozent der Kinder das Netz.
Wie sehr gehört die mobile Nutzung des Internets bei Euch schon zum Alltag?